| Spektakel auf dem Gendarmenmarkt | |
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| Musik von Händel erklang am zweiten Abend bei "Classic Open Air" | |
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Seinen Händel mußte schon sehr lieben, wer trotz strömenden Regens zum "Classic Open Air"- Fest mit Werken des Hallenser Meisters auf den Gendarmenmarkt eilte. "Feuer und Wasser" nannte sich das Spektakel, dessen meterologisches Szenario zunächst die himmlichen Mächte übernommen hatten. Kostenlos ausgeteilte Regencapes gingen weg wie heißer Tee. |
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Was keiner der über 6000 Besucher für möglich hielt, aber von den Potsdamer Wetterfröschen auf zwanzig Minuten nach Acht prophezeit wurde, trat dann auch promt ein: das Regengebiet zog ab.
Da mochte wohl nicht nur Festivaldirektor Gerhard Kämpfe jenem "Messias"- Zitat "Alles was Odem hat, lobet den Herrn" aus dem "Concerto a due cori" B-Dur HWV 331 innerlich zustimmen, mit dem die Händel-Hommage begann. Dabei erwies sich das Orchester des Opernhauses Halle unter seinem Chefdirigenten Roger Epple als ein moderner Sachwalter der Musik.
Durch straffes, aber nicht modernistisch verhetztes Musizieren auf neu zeitlichem Instrumentarium entstand bereits bei diesem doppelchörigen Orchesterkonzert jene abwechslungsreiche Leichtigkeit und Lebendigkeit, deren Händels Werke bedürfen, wenn sie Herz und Sinne erreichen wollen.Neben klarer Artikulation und prägnanter Phrasierung sorgten Laute, Theorbe, Chitarrone und Cembalo für einen historisierenden Touch.Deren Details traten durch einfühlsame Steuerung der Tonregie deutlich aus dem Gesamtklang hervor.
Davon profitiere auch die Suite II D-Dur aus der "Wassermusik" HWV 349, die viel strahlende Festlichkeit verbreitete. Als dazu zwei synchrone Wasserspiele ihre beleuchteten Fontänen in die Höhe schießen ließen, erfüllte Staunen und Raunen den Platz.Jubel begleitete schließlich die "Feuerwerksmusik" HWV 351 und ihre perfekte pyrotechnische Garnierung mit bengalischen Lichtern, Schwärmern, Fontänen und Feuerrädern
(Art of Fire, Joe Weidner).
Doch ehe es zu dieser Finalorgie aus Feuer und Musik kam, sorgten die Sänger für nicht weniger Begeisterung. Als stimmliebliche Lyrikerin mit enormer Koloraturengeläufigkeit nahm Romelia Lichtenstein (Sopran) in affektgeladenen Arien aus "Giulio Cesare" und "Tolomeo" für sich ein.
Intonationreinen Männergesang in Sopranlage führte Countertenor Michael Chance vor, dessen Luxusstimme in Liebesklagen, Rachegedanken und Furienbesänftigung aus "Orlando", "Flavio" und anderen (im Programmheft ungenannt geblieben) Opern brillierte.
Ohne jegliche schmalzende Largo-Sentimentalität sang er Xerxens Arioso "Ombra maifu" aus "Serse". Nicht weniger gloriously klang das "Halleluja" und "Amen" aus dem "Messias" mit Mitgliedern der Berliner Singakademie und der Berliner Capella. Diesen Händel-Abend wird man im Ohr behalten.
Konrad Wendorff Berliner Morgenpost |
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