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Carmina Burana in Flammen
Weit über 12 000 Besucher erlebten Orff und Feuerwerk auf der Buga
© Art of Fire / R.Franitza Cottbus. Carl Orff hatte sein Werk schon immer für szenische Umsetzungen offengehalten. Das was am vergangenen Freitag auf dem Buga-Gelände geschah, könnte seine künsten Vorstellungen übertroffen haben.
Schon allein dadurch, daß die erste Veranstaltung am Pfingstmontag eigentlich ins Wasser fiel und damals dem Wettergott zum Trotz Versatzstücke auf wunderliche Weise doch noch zur Aufführung kamen (Feuerwerk im Regen, "O Fortuna" im Fußgängertunnel), erhielt die Wiederholung fast Kultcharakter. Der Besucherstrom wollte kein Ende nehmen. Erst um 20 Uhr konnte ein Gremium aller Beteiligten entscheiden, ob ein vollständiges Programm mit Orchester möglich sei. Dann, kurz nach 23 Uhr, der Beginn einer feuerwerksinszenierten "Carmina Burana", die schlicht und einfach furios zu nennen ist. Der Pavillion der Bundesgartenschau dürfte in dieser Nacht vom künstlerischen Standpunkt her seine effektivste Nutzungsvariante erfahren haben. Haben die weiter wegstehenden Besucher zwar durchaus akustische Abstriche machen müssen, wurden sie durch eine bessere Sicht auf das Gesamtschauspiel mehr als entschädigt. Der Pavillion schien im Lichter- und Flammenszenario zeitweise nicht mehr von dieser Welt zu sein. Showmaster J.J. Weidner (Art of Fire, am 12. August wieder auf der Buga zugange) erwies sich als nicht nur handwerklicher, sondern auch künstlerisch sensibler Profi. Fast alle Effekte entsprachen der Drama- turgie des chorsinfonischen Werkes. Dann das Orchester und der Chor - ein großartiger Klangkörper unter dem souveränen Dirigat Christian Möbius, in Rauchschwaden gehüllt, umlodert und angestrahlt. Die Verunsicherung ob des nicht ungefährlich ausschauenden pyrotechnischen Geschehens war nur allzu natürlich, schließlich konnte diese Performance so ja nicht geprobt werden. Jedoch wurden die musikalischen Interpreten ihrer Herr. Die Aufführung hatte emotional eine einzigartige Wirkung. Es war eine Buga- Veranstaltung, welche schon jetzt zu den absoluten Höhepunkten dieses Jahres gezählt werden kann. So besteht der Wunsch, daß auch nach der Buga im nächsten Jahr solch kulturelle Abenteuer in Cottbus zu erleben sein sollten.

C.M. Schwab
Lausitzer Rundschau

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