press
Zauberer am Himmel
Carreras-Konzert mit Feuerwerk
© Art of Fire Wenn der spanische Tenor José Carreras am 5. Juli im Cottbuser Spreeauenpark sein eigentliches Programm beendet hat und Zugaben das Konzerterlebnis ausklingen lassen, ist der von der RUND-SCHAU präsentierte festliche Abend noch immer nicht zu Ende. Dem Aus-Klingen folgt das Aus-Schauen. Zu den verklungenen Liedern, Opernarien und Duetten, die Carreras mit Isabel Rey vorträgt, hat dann ein Meister des Feuers, des Lichtes und des Lasers glitzernde und funkelnde Entsprechung gefunden.
Der den Himmel über Cottbus verzaubern wird, ist kein Unbekannter. Er heißt J.J. Weidner. Wer, was er gestaltet, auf der BUGA 1995 oder beim Klassikfest Cottbus 1996 miterleben konnte, weiß daß Feuerwerk, wie er es versteht, nichts mit Signalraketen, Silvesterknallern und Böllerkrach zu tun hat."Art of Fire" heißt sein Konzept - die Kunst des Feuers, und "Synergie of Art`s", das Zusammenwirken der Künste. Er bemalt den Himmel, er beleuchtet nicht die Nacht, er taucht die Besucher in ein tief zu empfindendes und fühlendes Lichtermeer. "Art of Fire" zeigt kein Feuerwerk, sondern beteiligt an diesem. J.J. Weidner weiß, daß er am 5. Juli ein Feuerwerk für Tausende gestaltet, die im Zauberbann eines berühmten Tenors gestanden haben und sicher, wenn er sein erstes Zeichen setzt, noch stehen. Deshalb spricht er von Feuerbildern, die er musikbezogen illuminieren will. Möglich, daß er, mit José Carreras zusammenwirkend, eine Kostprobe schon im Konzert geben kann. Der Künstler schwärmt: "Was die Menschen tausend Mal gesehen haben, ihren Spreeauenpark, sollen sie nun auf die 1001. Weise sehen und empfinden können".Wem diese Worte zu groß geraten scheinen, sei gesagt, daß auch das künstlerische Feuerwerk eine jahrhundertelange Tradition hat. Ein italienischer Bühnenarchitekt, Galli Bibiena, hat schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit Musik und Feuerwerkselementen eine futuristisch anmutende Licht- und Klangsinfonie geschaffen. Georg Friedrich Händel schrieb 1749 seine unvergängliche Feuerwerksmusik. Es ist also Kunst am Nachthimmel und vor und auf der Kulisse des Spreeauenparkes zu erwarten. So sahen bereits 20 000 in Cottbus die "Carmina Burana" (zwei Veranstaltungen), 16 000 "The 4. Dimension" und 25.000 den Abschluß der BUGA. J.J. Weidner: "Ich freue mich auf Cottbus, zumal es mein einziger Auftritt 1997 dort ist, und betrachte den Auftrag als eine Herausforderung, Besonderes zu leisten".

Klaus Wilke
Lausitzer Rundschau

back|home